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BAGE Fachtagung Stuttgart

am 17./18.11.2017

Fachtag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Elterninitaitiven (BAGE) am 17./18. November 2017 in Stuttgart

Kind sein heute – Bedürfnisse von Kindern und Familien und der Beitrag der Elterninitiativen
Unsere heutige Gesellschaft in Deutschland stellt Kinder und Familien vor große Herausforderungen. Von Eltern wird Flexibilität und Engagement im Beruf verlangt, sie sollen ihre Kinder mit entsprechenden Angeboten auf ein „erfolgversprechendes“ Leben vorbereiten-und ihnen dennoch ausreichend Freiraum lassen, damit sie sich entsprechend ihrer eigenen Bedürfnisse und Interessen entwickeln können.
Beim Fachtag der Elterninitiativen machten sich 120 Personen (Eltern, Vorstände, pädagogische Fachkräfte, Fachberater_innen und Interessierte aus Elterninitiativen und Beratungsstellen) Gedanken,
Mit seinem Plädoyer für das Recht des Kindes auf ein „Hier und Jetzt“ führte uns Prof. Dr. Wolfgang Beudels von der Hochschule Koblenz in seinem Referat „Nicht nur an die Zukunft denken“ vor Augen, unter welchen Leistungsdruck Eltern und Kinder geraten können im Streben nach bestmöglicher Förderung und den bestmöglichen Zukunftschancen. 
Wann und wo dürfen Kinder noch Selbstwirksamkeit erfahren, wann und wo finden sie Freiräume für ihre Entwicklung im eigenen Tempo und der Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse?
Prof. Beudels stellte die frühe Fokussierung auf Bildungskarrieren und Schulabschlüsse in Frage.  Die Anerkennung der Kindheit als wichtige und gleichberechtigte Lebensphase und nicht nur als „verplantes Durchgangsstadium“ stellte er in den Mittelpunkt seines Vortrages. Er forderte mehr Gelassenheit bei Bildungsanforderungen, eine Auseinandersetzung mit dem Normverständnis unserer Gesellschaft und mehr Zutrauen in die Selbstbildungskräfte der Kinder, wenn diese durch eine achtsame Begleitung ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und ihre Selbstwirksamkeit erfahren dürfen.
Mit ihrem partizipativen Ansatz bieten Elterninitiativen dafür gute Voraussetzungen um Kindern entsprechende Freiräume zu bieten und für Eltern Unterstützungsstrukturen zu entwickeln. Eltern als Träger von Elterninitiativen haben verstärkten Einfluss aber auch große Verantwortung als „Gestalter von Kindheit“ kindliche Interessen und Bedürfnisse zu wahren und zu respektieren.
Um am Vortrag weiter zu denken, wurden im Anschluss in kleinen Gruppen die gegebenen Impulse unter verschiedenen Perspektiven von den Teilnehmer_innen vertieft.
Der zweite Vortrag am Samstagvormittag schloss nahtlos an das Thema des Vortages an.
Frau Prof. Dr. Regina Remsperger-Kehm, die ebenfalls an der Hochschule Koblenz lehrt, hatte das Thema „Weil Kinder zusammenhalten und frei sein wollen – Bedürfnisse von Kindern im Spiegel von Bildung, Betreuung und Erziehung“ in den Blick genommen.
Anhand von Einzelinterviews mit Kindern bzw. Auszügen aus Studien, in welchen Kindern direkt befragt wurden, was sie brauchen und wollen, stellte sie sehr eindrücklich dar, dass Kinder ihre Bedürfnisse gut benennen können und ihre Aussagen durchaus ernst zu nehmen sind, d.h. gute Impulse sein können, um über pädagogische Anforderungen in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ins Gespräch zu kommen.
Kinder möchten frei entscheiden können, Dinge zu tun – und sie möchten diese am liebsten gemeinsam und in Ruhe mit anderen Kindern tun. Dieses Fazit fordert dazu auf den Alltag in den Kindertageseinrichtungen in den Blick zu nehmen, um den Bedürfnissen und Rechten der Kinder nach Beteiligung, eigenen Gestaltungs- und Spielräumen, sowie freier Zeit und freier Entfaltung für ein selbstbestimmtes Aufwachsen gerecht zur werden.
Nach dem inspirierenden Einstieg trafen sich die Teilnehmer_innen in verschiedenen Werkstätten zu aktuellen pädagogischen Themen.
Zum lockeren Abschluss bot Autor und Ausstellungsbauer Michael Fink mit viel Satire in seiner interaktiven Ausstellung „Neues aus Pädagogien“ Einblicke in den Alltag einer „typischen“ Elterninitiative oder Kindertageseinrichtung. Michael Fink gelang es allen in der Kinderbetreuung Beteiligten einen humorvollen und trotzdem tiefsinnigen Spiegel „vorzuhalten“ – um darüber zu lachen – und nachzudenken, was man eigentlich auch mal anders machen könnte. Unterhaltsam und pointiert stellte er zentrale gesellschaftliche Entwicklungen des Elternseins oder der Kindheit in seinen kurzen Geschichten dar.
Alle Beteiligten sind eingeladen zum nächsten BAGE-Fachtag am 16. und 17. November 2018 in Hannover zum Thema „Keine Macht für niemand – zwischen antiautoritären Wurzeln und demokratischen Flügeln“!
 
Die Organisatoren – der Stuttgarter Eltern-Kind-Gruppen e.V., der Arbeitskreis der Kleinkindergruppen Reutlingen e. V. und der Dachverband der Kleinen Freien Kita-Träger Tübingen e.V. – bedanken sich bei den Referenten für die inspirierenden Vorträge bzw. die tolle interaktive Ausstellung, bei den Kolleg_innen aus dem Kreise der Fachberater_innen aus anderen Städten und Bundesländern für die Moderation der Dialogräume und Werkstätten, bei den Teilnehmer_innen, die aus allen Ecken der Bundesrepublik angereist waren, für die die angeregten Diskussionen sowie das positive Feed-back, beim BAGE-Sponsor Dusyma, der durch seinen Ausstellungsstand mit den verschiedensten Materialien für die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen die Fachtagung bereicherte und nicht zuletzt bei den Mitarbeiter_innen der Jugendherberge Stuttgart, die sich bestens um unser leibliches Wohl und alle sonstigen Belange kümmerten.

Weitere Informationen:

 

- Programm BAGE-Fachtagung

- Inhalte Werkstätten

- Abstract Prof. Dr. R. Remsperger-Kehm

- Abstract Michael Fink

- Abstract Prof. Dr. W. Beudels

Weitere Informationen erhalten Sie, wenn sie auf den Flyer clicken.

 

 

 

drucken Aktualisiert: 8.02.2018 | Copyright © 2018 | made by www.ancutici.de
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